Teil 1 Lehrerchor - Dortmunder Oratorienchor

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Teil 1: Der Lehrerchor

Seit mehr als 100 Jahren ist der Dortmunder Oratorienchor e.V., gegründet 1899 unter dem Namen "Lehrer-Gesangverein Dortmund", eine singende Gemeinschaft. Wie hat es begonnen? 1924, in der Festschrift zum 25jährigen Bestehen (S.24 ff) schildert Otto Wösthoff, seinerzeit 1. Schriftführer, Entstehung und Werdegang seines Vereins:
Anfang des Jahres 1899 überlegen Mitglieder des Dortmunder Lehrervereins beim Bier, nach Berliner und Kasseler Beispiel einen Lehrer-Gesangverein zu errichten. Dem folgt am 29. April 1899 die Gründung unter Mitbeteiligung der Lehrervereine Dortmund-Land, Barop, Lünen, Hörde und Lütgendortmund. Laut Statut Können "auch stimmbegabte Herren aus Nichtlehrerkreisen" die Mitgliedschaft erwerben, sofern sie sich einer Kugelung unterwerfen.
Der Verein nimmt seine Tätigkeit am 1. Juli 1899 auf. Erster Vorsitzender ist Heinrich Haumann. Man beginnt mit 89 Sängern, darunter 57 aus Dortmund. Chormeister ist Prof. Julius Janssen. Der Reinertrag des ersten Konzerts - in der Petrikirche - wird für die Bekleidung armer Schulkinder bestimmt.


Am 11.August begrüsst der Chor den Kaiser anlässlich der Einweihung des Dortmund-Ems-Kanals und des Dortmunder Hafens.

Foto: Wilhelm II



1905 öffnet sich der Chor auch für katholische Lehrerkollegen. In demselben Jahr findet das erste gemeinsame Konzert mit dem Dortmunder Philharmonischen Orchester statt - Beginn einer Zusammenarbeit, die bis heute besteht.
1908 richtet der Chor das Festkonzert für den Deutschen Lehrertag in Dortmund aus.
1905 wird Friedrich Kauermann zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er führt das Amt mehr als 25 Jahre souverän und weitsichtig. Unter Kauermann entwickelt sich der Chor, von großen Musikpersönlichkeiten betreut, zu einem wesentlichen Teil des Dortmunder Musiklebens. Bemerkenswert sind auch die zahlreichen Sängerfahrten durch Deutschland.
Der 1. Weltkrieg schränkt die musikalische Tätigkeit zwar zunehmend ein, bringt sie aber nicht zum Erliegen. 1924 treten zum Festkonzert anlässlich des 25jährigen Bestehens 197 Sänger an. Konzerte müssen jeweils zweimal gegeben werden, einmal für den Anhang der Sänger und zum anderen für die musikinteressierte Bevölkerung.

Lehrer-Gesangverein Dortmund, 209 Sänger

1924 gliedert sich der Verein einen selbstständigen Frauenchor an; der beginnt mit 88 Sängerinnen. Anfang der 30er Jahre liegt die Zahl der aktiven Männerstimmen bei 250. Innerhalb des großen Chores besteht ein kleiner Chor.
Einschneidend verändert sich die Lage in Deutschland im Jahre 1933 durch Hitlers Machtübernahme. Politisch missliebige Lehrer werden aus dem Schuldienst entlassen. Der Vorstand des Lehrer-Gesangvereins hat nichts mehr zu bestimmen; das obliegt nunmehr dem von der Nazipartei abhängigen Vereinsführer. Jüdische Mitglieder müssen ausgeschlossen werden. Das Liedgut wird zensiert: Werke jüdischer Komponisten, wie etwa Mendelssohn Bartholdy, dürfen nicht mehr gesungen werden. Mit der Zerstörung Dortmunds im 2. Weltkrieg hört die sängerische Tätigkeit auf.
Alsbald nach Kriegsende, im Jahre 1946, finden sich einige Sänger wieder zusammen. Hermann Spaemann und nach ihm Willi Spieker nehmen die Fäden wieder auf. Der Verein wächst auf 45 Mitglieder.
1957 beschliesst man auf Betreiben des neuen 1. Vorsitzenden Theodor Langenhorst, den stagnierenden Männerchor zu einem gemischten Chor zu erweitern. Dieser zählt bald 70 Sängerinnen und Sänger.


Dortmunder Lehrerchor, Mai 1963


In den 60er und 70er Jahren knüpft Langenhorst freundschaftliche Kontakte zu niederländischen Chören. Gemeinsame Aktivitäten gibt es mit Chören aus dem Dortmunder Umland.
Der Vereinsname wird geändert in Dortmunder Lehrerchor e.V. Da der Anteil der Lehrerinnen und Lehrer rapide sinkt, firmiert man 1986 um in Dortmunder Oratorienchor e.V.

 
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